Lerntypen

image_print
Kurzdefinition:
Lernen ist ein individueller Prozess. Auf welche Weise dieser Prozess beim Lernenden verläuft, welche Lernwege und Lernformen er bevorzugt, wie der Einzelne Informationen aufnimmt und verarbeitet kennzeichnet unterschiedliche Lerntypen und Lernstile.
Beschreibung:
Vester (2001, S 48ff) erkannte, dass beim Lernen neue Informationen über ein hochgradig individuell ausgebildetes Netzwerk von physiologischen, psychischen, motivationalen, sozialen und räumlichen Bedingungen wahrgenommen, gespeichert, mit vorhandenen Strukturen verknüpft und mit Bedeutung versehen werden. Generell unterscheidet der Autor zwischen visuellen, auditiven und haptischen Lerntypen. Außerdem entwickelte er auch ein Testverfahren, um den jeweiligen Lerntyp identifizieren zu können.

Grundsätzlich ist es sowohl für die Lerner selbst, aber auch für Lehrende wichtig, sensibel für diese unterschiedlichen Lerntypen zu sein. Für den Lerner, damit er bewusst seine bevorzug-ten „Lernkanäle“ nutzen kann, für die Lehrenden, damit sie Ihre Lernangebote entsprechend gestalten können.

Die Reduzierung auf die jeweiligen bevorzugten Sinnes- oder Eingangskanäle würde jedoch dem Lernprozess nicht gerecht. Es wurden dazu differenzierte Modelle von Lerntypen bzw. Lernstilen entwickelt. Schrader(2008, S. 209) identifiziert z.B. den Theoretiker, den Anwendungsorientierten, den Musterschüler, den Gleichgültigen und den Unsicheren als Lerntypen. Da sich Lerntypen durchaus auch verändern lassen, kann als Aufgabe für die Lehrenden nun abgeleitet werden, dass beim…

•…Theoretiker die affektiven Dimensionen eines Lerngegenstands,

•…Anwendungsorientierten die theoretische Durchdringung,

•…Musterschüler die Eigenverantwortung.

•…Gleichgültigen die Betroffenheit und

•…Unsicheren die Sicherheit

herausgearbeitet bzw. gefördert wird. (vgl. Arnold & Pätzold 2002, S. 50f)

Interne Verweise:
Angemessenheit

Bedingungsanalyse

Differenzierung

EIS-Prinzip

Entwicklungstheorie nach Piaget und Aebli

Genetisches Lehren und Lernen

Lehr- und Lernverhalten

Lernen

Motivation

Motive

Legende:
   |
Verwendete Quellen:
Arnold, R. & Pätzold. H.: Schulpädagogik kompakt – Prüfungswissen auf den Punkt gebracht. Berlin: Cornelson Verlag. 2002.

Schrader, J.: Lerntypen bei Erwachsenen. Empirische Analysen zum Lernen und Lehren in der beruflichen Weiterbildung. 2. Auflage. Weinheim: Klinkhardt. 2008.

Vester, F.: Denken, Lernen, Vergessen. München: Deutsche Verlags-Anstalt. 2001.

Weiterführende Literatur:
Erpenbeck, J. & Heyse, V.: Die Kompetenzbiographie. Wege der Kompetenzentwicklung. Münster: Waxmann. 2007.

Kolb, D.: The Learning Style Inventory Technical Manual. Boston 1976.

Schaub, H. & Zenke, K. G.: Wörterbuch Pädagogik, 6. Auflage. München: dtv. 2004.

Tenorth, H.-E. & Tippelt, R.: BELTZ Lexikon Pädagogik, Weinheim: Beltz Verlag. 2007.

Internetverweise:
Wir weisen darauf hin, dass die aufgelisteten Seiten nicht Teil des Didagma-Projektes sind. Daher übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte und die Richtigkeit dieser Seiten. Falls der Link defekt, oder der Seiteninhalt unpassend sein sollte würden wir uns freuen darüber informiert zu werden.

LERNPSYCHOLOGIE

Lerntypen-Test von ZENTRAL-lernen

Sütterlin, Petra. Vier Lerntypen und wie sie am effektivsten lernen, 11.02.2004

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Hans-Jürgen Wiegerling;

« Back to Glossary Index