Entdeckendes Lernen

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Kurzdefinition:

Entdeckendes Lernen dient der selbsttätigen Lösung von Aufgaben und Problemen durch die Eigeninitiative des Lernenden. Entdeckendes Lernen kann frei oder gesteuert erfolgen.

Beschreibung:

Schröder (2002, S. 21) unterscheidet rezeptives und entdeckendes Lernen. Rezeptives Lernen bedeutet, dass der/die Schüler/in die Vorgaben der Lehrerkraft umsetzt. Entdeckendes Lernen eröffnet dagegen kreative Gestaltungsspielräume, die Lernfelder durch Selbsttätigkeit selbst zu erschließen. „Als Zwischenform zwischen dem rezeptiven und entdeckenden Lernen erweist sich ein gesteuertes entdeckendes Lernen (guided discovery learning), bei dem die Lehrperson einen steuernde Rahmen und organisatorische Vorgaben anbietet, welche dem/der Schüler/in ermöglichen, relativ selbstständig entdeckende und problemlösende Prozesse zu aktivieren.“ (Schröder 2002, S. 21).

Das entdeckende Lernen setzt dabei auf die natürliche Neugier des/der Schülers/Schülerin. Es geht über das handlungsorientierte Lernen hinaus: „Das Entdecken von Lösungen erfordert bewegliches und produktives Denken, wodurch subjektiv neuartige Beziehungen und Zusammenhänge erkannt und hergestellt werden.“ (Grunder et al. 2007, S. 185).

Grunder et al. (2009, S. 186ff.) unterscheiden dazu sechs verschiedene Ansätze entdeckenden Lernens:

  1. Ordnungsgesichtspunkte finden und erproben
  2. Regeln und Gesetzmäßigkeiten entdecken und formulieren
  3. Alternative Lösungsmöglichkeiten sehen lernen
  4. Eine Annahme oder Frage überprüfen und klären
  5. Gestaltungsideen entwickeln und realisieren
  6. Praktische Aufgaben lösen

Flechsig & Haller (1975, S. 293) sprechen in diesem Zusammenhang auch vom Lernen durch Erkunden und Forschen. Wellenreuther (2007, S. 366) verweist jedoch darauf, „(…), dass Methoden entdeckenden Lernens dann sinnvoll sind, wenn der Aufbau grundlegender Schemata abgeschlossen ist.“ Diese Aussage zielt insbesondere auf die Bedeutsamkeit von Lehr-Lern-Prozessen in sehr heterogenen Klassen ab, die leistungsschwächere Schüler*innen beinhalten. Da hier darauf zu achten ist, dass die Schüler*innen nicht überfordert werden.

Interne Verweise:
Genetisches Lehren und Lernen
Legende:
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Verwendete Quellen:
Flechsig, K.-H. & Haller, H.D.: Einführung in didaktisches Handeln. Stuttgart. Klett Verlag. 1975.

Grunder, H.-U. & Ruthemann, U. & Scherer, S. & Singer, P. & Vettiger, H.: Unterricht – verstehen, planen, gestalten, auswerten. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. 2007.

Schröder, H.: LernenLehrenUnterricht. Lernpsychologische und didaktische Grundlagen. München. Oldenburg Verlag. 2002.

Wellenreuther, M.: Lehren und Lernen – aber wie. Baltmannsweiler: Schneider Verlagen Hohengehren. 2007.

Weiterführende Literatur:
Hellberg-Rode, G.: Entdeckendes Lernen. In: Kaiser, A. & Pech, D. (Hrsg.): Neuere Konzeptionen und Zielsetzungen im Sachunterricht. Basiswissen Sachunterricht Band 2, Baltmannsweiler: Schneider Verlagen Hohengehren. 2004, S. 99-104.

Liebig, S.: „Entdeckendes Lernen – wieder entdeckt?“, In: Aepkers, M. & Liebig, S. (Hrsg.): Entdeckendes Forschendes Genetisches Lernen. Baltmannsweiler. Schneider Verlagen Hohengehren. 2002, S. 4-16.

Internetverweise:

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Entdeckendes Lernen e.V.

Entdeckendes Lernen

Die Wissenskonzepte der Kinder im Unterricht aufgreifen, nutzen und in einen systemischen Zusammenhang bringen

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Thomas Prescher;

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