Medienkompetenz

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Kurzdefinition:
Medienkompetenz wird verstanden „als die Fähigkeit, in die Welt aneignenderweise auch alle Arten von Medien für das Kommunikations- und Handlungsrepertoire von Menschen einzusetzen“ (Baacke 1996, S. 410)
Beschreibung:
Den Anfang der Rezeptionsgeschichte des Kompetenzbegriffs in der Medienpädagogik leitete Dieter Baacke (1973) mit seiner Habilitationschrift über „Kommunikation und Kompetenz – Grundlegung einer Didaktik der Kommunikation und der Medien“ ein. Er sprach nicht explizit von Medienkompetenz sondern entfaltete den allgemeineren Begriff einer „kommunikativen Kompetenz“.

 

Kompetenz meint nun nicht mehr eine durch Entwicklungsprozesse festgelegte Reaktion auf herausfordernde Reize, sondern ist eine in der Sprache angelegte Verfügung  über den Sinn und die Intention von Aussagen.

Der Kompetenz Begriff bezieht sich jedoch nicht ausschliesslich auf das Sprachverhalten, sondern auch auf andere mögliche Arten des Verhaltens (z.b Gesten).

 

Da jedem Individuum ein unterschiedliches Maß an kommunikativer Kompetenz unterstellt wird erfüllen wir die Voraussetzung für Medienkommunikation, dies leitet uns dann weiter zum Begriff der Medienkompetenz wie er von Baacke definiert wird (siehe Kurzbeschreibung).

 

Einfacher ausgedrückt ist Medienkompetenz die Aneignung eines Bündels von Fertigkeiten um „kompetent“ mit Medien umgehen zu können.

 

Baacke nennt vier Teilbereiche von  Medienkompetenz mit unterschiedlichen Dimensionen:

  1. Medienkritik
  2. Medienkunde
  3. Mediennutzung
  4. Mediengestaltung

 

Medienkritik

Die Medienkritik wird in die Analytische Dimension, die Reflexive Dimension und die Ethische Dimension unterteilt.

Die Analytischen Dimension verfolgt das Ziel problematische gesellschaftliche Prozesse in ihren Auswirkungen erkennen zu können, in der Reflexiven Dimension soll man analytisches Wissen auf sich selbst und sein Handeln anwenden können und die Ethische Dimension besagt, dass man analytisches Denken und reflexiven Rückbezug sozial verantworten und abstimmen soll.

 

Medienkunde

Die Medienkunde bezieht sich auf das allgemeine Wissen und Können im Umgang mit Medien.

Baacke unterscheidet hier zwischen der Informativen Dimension, welche auf die klassischen Wissensbestände abzielt wie „was ist ein duales Rundfunksystem“ und der instrumentell-qualifikatorischen Dimension, das heißt die Fähigkeit, Mediengeräte bedienen zu können.

 

Medienkritik und Medienkunde enthalten zusätzlich noch die Dimension der Vermittlung, diese befasst sich mit didaktischen Fragen.

Die Medienkunde und Mediengestaltung dienen der Zielorientierung.

 

Mediennutzung

Die Mediennutzung ist doppelt zu verstehen

(a) Es gibt eine rezeptiv-anwendende Unterdimension (Programm-Nutzungskompetenz). Nicht nur das Lesen von Texten,sondern zum Beispiel auch das Sehen von Filmen erfordert Rezeptive Kompetenz.

Hinzu kommt als zweite Unterdimension (b) der Bereich des interaktiven und anbietenden. Dazu gibt es heutzutage eine Vielzahl an Handlungsmöglichenkeiten. Diese reichen von Telebanking über EBay bis hin zur Videoerstellung. Dabei geht es darum, die Medienwelt nicht nur wahrzunehmen, sondern auch interaktiv darin tätig zu sein.

 

Mediengestaltung

Medienveränder sich ständig, nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch inhaltlich, indem die Software die Möglichkeit bietet, neue Inhalte gestaltend einzubringen etc. Auch hier gibt es zwei Unterdimensionen:
(a) die innovative (Veränderungen, Weiterentwicklung des Mediensystems innerhalb der angelegten Logik) und
(b) die kreative (Betonung ästhetischer Varianten, das Über-die-Grenzen-der-Kommunikationsroutine-Gehen, neue Gestaltungs- und Thematisierungsdimensionen).

Interne Verweise:
Mediendidaktik

Medieneinsatz

Medienerziehung

Medienklassifikation

Medientypen

Legende:  
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Verwendete Quellen:
Baacke, D.: Kommunikation und Kompetenz. In: Holtzbach, C., Kutsch, A. (Hrsg.): Schlüsselwerke für die Kommunikationswissenschaft. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften. 2002. S. 34-37.

Baacke, D.: Medienkompetenz als Netzwerk. Reichweite und Fokussierung eines Begriffs, der Konjunktur hat. Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (Hrsg.). Medien Praktisch. 2/1996. S.410.

Vollbrecht, R.: Einführung in die Medienpädagogik. Weinheim und Basel: Beltz. 2001.

Sander, U., von Gross, F., Hugger, K.-U. (Hrsg.): Handbuch Medienpädagogik. Wiesbaden: VS Verlag. 2008.

Weiterführende Literatur:
Tulodziecki, G.: Nutzung und Gestaltung von Medien als medienpädagogische Aufgabe. Kurseinheit 2: Bedingungen und Konzepte medienpädagogischen Handelns. Hagen: Fern Universitatät Hagen. 2007.

Hüther, J., Schorb, B. (Hrsg.): Grundbegriffe Medienpädagogik. 4., vollständig neu konzipierte Auflage. München: Kopäd. 2005.

Internetverweise:
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Materialien:

Verantwortlich: unbekannt

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