Gruppendynamik

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Kurzdefinition:
Gruppendynamik befasst sich mit der Beschreibung und Modifikation derjenigen Strukturen, denen Prozesse in der Gruppe folgen. Ziel ist es, Kommunikations-, Entscheidungs- und Arbeitsfähigkeit der Gruppe zu fördern, bzw. das Durchlaufen oder Erreichen von Gruppenphasen zu erleichtern (Team-Building). Gruppendynamische Elemente werden gezielt in sogenannten Skilltrainings verwendet, um Verhaltensmuster transparent zu machen und neue Verhaltensoptionen kennenzulernen.
Beschreibung:
Prozesse in einer Gruppe neigen dazu, bestimmten Mustern zu folgen. Diese Muster ergeben sich aus den Eigenschaften der Gruppe, z.B. wie die Rollen verteilt sind, in welcher Phase sich die Gruppe befindet oder nach welchem Kommunikationsmuster die Gruppe interagiert. Die Gruppendynamik beschreibt diese Muster und entwickelt Methoden wie gruppendynamische Übungen und Labore zur Beeinflussung. Dabei besteht die Annahme, dass homogene Klassenverbände insgesamt konfliktanfälliger sind als heterogene Lerngruppen. (vgl. Mehring 2008, S. 263).

„Elemente gruppendynamischer Techniken lassen sich in das berufsbezogene Verhaltenstraining einbauen.“ ( Grell 2001, S. 253). Mit Methoden der Gruppendynamik simulieren Lehrende dann Probleme und Konflikte. Durch das Vorgeben einer strukturierten Gruppensituation werden die Teilnehmer provoziert, ihre gewohnten Verhaltensweisen zu zeigen und wahrzunehmen oder neue Verhaltensweisen zu erproben, sich und andere in neuen Verhaltensweisen zu erfahren. Durch Reflexion und kognitive Verarbeitung soll das Verhalten(-smuster) einzelner Akteure oder der Gruppe verändert werden.

Nach Antons (2000) umfassen die Methoden ein ganzes Spektrum zwischen Szenarien zum Entscheidungstraining und Management-Spielen auf der „Team“-Seite. Auf der Seite des Individuums reichen die Maßnahmen bis zu (Selbst-)Konfrontationsübungen und Encounter-Techniken.

Beispiele:

  • Entscheidungstraining: „NASA-Szenario“, eine Liste von Gegenständen der Nützlichkeit in einer Situation nach ordnen.
  • Erfahrung der Gruppenmuster: Kommunikationsmuster nach Leavitt (Kette, Kreis, Stern, Gabel).
  • Selbsterfahrung des Einzelnen: „9-Punkte-Problem“.

Für Lehrende spielt nach Miller (2004, S. 138) die Gruppendynamik zudem eine bedeutsame Rolle in der Gestaltung des eigenen Unterrichts, denn es ist „(…) ein bedeutsames Kraftfeld menschlicher Beziehungen“:

–          Auf der einen Seite kommunizieren Schüler offen miteinander, auf der anderen Seite wird versteckt gesprochen.

–          Auf der einen Seite tragen sie Konflikte aus, andere Konflikte werden wiederum verdrängt und ausgeblendet.

–          Sie lassen sich auf der einen Seite darauf ein, Grenzen zu akzeptieren und versuchen andere Grenzen durch Überschreitungen und Provokation neu auszuloten.

Es ist daher für den Lehrenden wichtig, die Rollenverteilung im Klassenverband zu kennen und diese je nach gruppendynamischer Situation zu nutzen, wie zum Beispiel ausgleichende Rollen, passive Rolle, dysfunktionale Rollen. (vgl. Miller 2004, S. 140).

Interne Verweise:
Gruppenarbeit

Themenzentrierte Interaktion

Legende:  
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Verwendete Quellen:
Antons, K.: Gruppendynamik. Übungen und Techniken. 8. Auflage. Göttingen. 2000.

Grell, J.: Techniken des Lehrerverhaltens. 15. Auflage. Weinheim: Beltz. 2001.

Mehring, L.: Subjektive Theorien von Lehrenden zu erlebten Konflikten im Unterricht und der Umgang damit. Bochum: Universitätsverlag Brockmeyer. 2009.

Miller, R.: Das ist ja wieder typisch. 25 Trainingsbausteine für gelungene Kommunikation in der Schule. 4. Auflage. Weinheim: Beltz Verlag. 2004.

Weiterführende Literatur:
König, O. & Schattenhofer, K.: Einführung in die Gruppendynamik. Heidelberg: Carl-Auer-Verlag. 2006.

Stahl, E.: Dynamik in Gruppen. Handbuch der Gruppenleitung. 2. Auflage. Weinheim: Beltz Verlag. 2007.

Pühl, H.: Angst in Gruppen und Institutionen. 4. Auflage. Berlin: Leutner-Verlag. 2008.

Internetverweise:
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Gruppendynamik

Spiele und Methoden für Workshops, Seminare, Erstsemestereinführungen oder einfach so zum Spaß

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Frederick Schulz

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