Unterrichtsplanung

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Kurzdefinition:
Unterrichtsplanung stellt sich dar als ein Bestandteil der Unterrichtsvorbereitung. Ziel der Unterrichtsplanung ist die theoretische Auseinandersetzung mit Unterricht, die dann in der Unterrichtsvorbereitung durch einen konkrete Umsetzung, Materialienwahl und Darreichungsform zu ergänzen ist.
Beschreibung:
Laut Peterßen (2000, S. 31) umfasst Unterrichtsplanung (nur) die theoretische Seite der Unterrichtsvorbereitung, d.h. „nur Überlegungen und Entscheidungen zur Ermöglichung von Unterricht.“ Unterrichtsvorbereitung ist demzufolge der weitreichende Begriff, der alle Aspekte abdeckt, die notwendig sind, „(…) um Unterricht zu ermöglichen, praktische Maßnahmen und organisatorische Überlegungen ebenso wie Entscheidungen aller Art.“ (Peterßen 2000, S. 31).

Peterßen (2000, S.32) formuliert fünf Prinzipien, die eine Lehrkraft „auf allen Stufen seiner Planung und bei allen Dimensionen seiner Lehrentscheidungen unbedingt zu berücksichtigen hat:

Die Entscheidung über Unterrichtsverläufe liegt dabei nicht allein in den Händen der lehrenden Person. Sie findet ihre Einbettung in einen gesellschaftlich-politischen Kontext, der den Rahmen des konkreten Unterrichtsprozesses definiert (vgl. Kaiser & Kaiser 2007, S.3):

Abbildung: Strukturmodell erzieherischen Handelns (in Anlehnung an Kaiser & Kaiser 2007, S.32)

Grunder et al. (2007, S. 43) empfehlen zur Planung eines Unterrichts dazu eine kaskadische Vorgehensweise, die eine stetige Konkretisierung des Inhaltes zur Folge hat. Diese Elemente wirken als eine Art Stufenmodell.

  1. Ausgangslage: Lernstand, Kontext, Zeit
  2. Thema/Inhalt: Lehrplan, Fach
  3. Absichten/Ziele: Lernzieltaxonomie
  4. Lernverlauf: Unterrichtsverlauf über mehrere Unterrichtseinheiten
  5. Impulse: Teilschritte, methodischer Gang
  6. Medien: Hilfsmittel

Daraus leiten sich folgenden Anforderungen an die Lehrperson ab:

  • Die lehrende Person folgt einem Prozess der steten Konkretisierung des Unterrichtsgeschehens. Mit jedem durchdachten Punkt der Unterrichtsplanung wird eindeutiger, wie der Unterricht tatsächlich ablaufen wird.
  • Hinzu tritt die Aufgabe die Kontinuität des Planungsprozesses zu gewährleisten. Inhalte müssen beim Wechsel der Planungsstufe weitergetragen werden. Auf der aktuellen Stufe neu hinzutretende Aspekte müssen in Verbindung gebracht werden mit den Inhalten der vorherigen Stufen.
  • Entscheidungen sollen dabei aber nicht ungeprüft von Stufe zu Stufe getragen werden. Es gilt nach Peterßen (2000, S.207) auf jeder Stufe die Aktualität einzubringen.
  • Der Planungsprozess sollte in beide Richtungen offen sein. Auch eine Rückmeldekultur der Erfahrungen aus nachfolgenden Stufen an vorherige ist notwendig.
  • Letztlich kann nur die konkret lehrende Person in der Arbeit mit lernenden Personen überprüfen, ob die pädagogische Angemessenheit der Planung gegeben ist.
Interne Verweise:
Angemessenheit

Eindeutigkeit

Kontinuität

Reversibilität

Widerspruchsfreiheit

Legende:  
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Verwendete Quellen:
Kaiser, A. & Kaiser, R.: Studienbuch Pädagogik. 10. Auflage. Berlin: Cornelsen Scriptor. 2001.

Grunder, H.-U. et al.: Unterricht. Verstehen – planen – gestalten – auswerten. Baltmannsweiler: Verlag Schneider Hohengehren. 2007.

Peterßen, W. H.: Handbuch Unterrichtsplanung. Grundfragen, Modelle, Stufen, Dimensionen. 9. akt. Aufl. München: Oldenburg Schulbuchverlag. 2000.

Weiterführende Literatur:
Anton, M. A.: Kompendium Chemiedidaktik. Bad Heilbrunn: Klinkhardt. 2008.

Arnold, K.-H., Sandfuchs, U. Wiechmann, J.: Handbuch Unterricht. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt. 2006.

Becker, H.-J. & Glöckner, W. & Hoffmann, F. & Jüngel, G.: Fachdidaktik Chemie. Köln: Aulis. 1980.

Klafki, W. & Otto, G. & Schulz, W.: Didaktik und Praxis, Weinheim: Beltz Verlag. 1979.

Pfeifer, P & Lutz, B. & Bader, H. J.: Konkrete Fachdidaktik Chemie. München: Oldenburg Verlag. 2002.

Internetverweise:
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Planung und Reflexion von Unterricht

Unterrichtsplanung

Materialien:
Gütekriterien des Unterrichts

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Thomas Prescher;

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