Programmierter Unterricht

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Kurzdefinition:
Programmierter Unterricht ist eine Lehrmethode. Der in einzelne Teile zerlegte Unterrichtsstoff wird durch die Lernenden weitgehend selbständig erarbeitet und der Lernerfolg auch weitgehend selbst kontrolliert. Erst wenn ein Lernabschnitt erfolgreich bearbeitet ist, wird der nächste Schritt begonnen. Im Programmierten Unterricht wird die Rolle des Lehrers weitgehend von Lehrprogrammen (z.B. Karten mit Lehrtexten) übernommen.
Beschreibung:
Der programmierte Unterricht als Methode verknüpft Lernen auf der theoretischen Grundlage des Behaviorismus mit der kybernetisch-informationstheoretischen Didaktik (vgl. Meyer, 2003, S. 211). Synonyme Begriffe sind „programmierte Instruktion“, „programmiertes Lernen“ und „programmierte Unterweisung“.

Beim programmierten Unterricht werden die Inhalte in sehr kleine Lerneinheiten aufgeteilt. Diese bauen logisch aufeinander auf und werden sukzessiv bearbeitet. Eine Art des Lernens ist – neben der reinen Informationsdarbietung – die Bearbeitung von Lernaufgaben. Diese Lernaufgaben werden als erfolgreich bewertet, wenn dazugehörige Fragestellungen (z.B. im Multiple Choice Modus) beantwortet wurden. Nach jeder Einheit erhält der Schüler eine Rückmeldung als Feedback, hat also nach jedem Modul eine Selbstkontrolle. Programmierter Unterricht soll das eigenständige Lernen fördern. Elemente kooperativen Lernens entfallen, da der Lernweg genau festgelegt ist. (vgl. Reinmann-Rothmeier & Mandl, 2006, 622f.).

Der programmierte Unterricht hat nichts an Aktualität verloren, da die Methode nach wie vor in computerbasierten Lernszenarien ihren Stellenwert hat, weil sich der Vorteil des eigenständigen Vorgehens mit den technischen Möglichkeiten der Computertechnologie verbinden lässt. (vgl. Pfleger 2002).

Interne Verweise:
Einzelarbeit

EIS-Prinzip

Mediendidaktik

Medientypen

Üben

Verwendete Quellen:
Meyer, H.: Unterrichtsmethoden. Band 1. Berlin: Cornelsen Verlag. 2003

Pfleger, C.: Die Didaktik des Fernunterrichts in Formalerschließung unter besonderer Berücksichtigung von Lernprogrammen. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Philosophie im Fachbereich Bibliothekswissenschaft der philosophischen Fakultät I der Humboldt-Universität zu Berlin. 2002. http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/pfleger-claudia-2002-06-24/HTML/front.html#front (Stand: 23.02.2010).

Reinmann-Rothmeier, G & Mandl, H.: Unterrichten und Lernumgebungen gestalten. In: Krapp, A. & Weidenmann, B.(Hrsg.): Pädagogische Psychologie. Ein Lehrbuch. 6. Auflage. Weinheim: Beltz Verlag. 2006. S. 613–658.

Schaub, H. & Zenke, K.G.: Wörterbuch der Pädagogik. 6. Auflage. München: Deutscher Taschenbuch Verlag. 2000.

Weiterführende Literatur:
Menk, P.: Unterricht was ist das? Eine Einführung in die Didaktik. Norderstedt: Books on demand GmbH. 2006.

Flechsig; K.H.: Kleines Handbuch didaktischer Modelle. Eichenzell: Verlag für lebendiges Lernen. 1996

Internetverweise:
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Programmierter Unterricht (Stangl, 2018)

Stangl, W.: Die behavioristischen Ansätze. Operante Konditionierung bei Skinner.

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Thomas Prescher; Waltraud Amberger;

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