Offener Unterricht

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Kurzdefinition:
Offener Unterricht ist ein Sammelbegriff für Unterrichtsformen, die es durch ihre organisatorische, methodische, soziale und inhaltliche Formen sowie Gestaltungsweisen den Lernenden gestatten ,selbständig, kooperativ und mitverantwortlich zu lernen und zu arbeiten. Der Offene Unterricht ist damit eine Alternative zu dem zielorientierten und lehrerausgerichteten Unterricht wie zum Beispiel Frontalunterricht und Klassenarbeit.
Beschreibung:
Das Bild der Gegenwartsschule setzt sich aus den fünf Komponenten Allgemeinbildung, inhaltliches Basiswissen, Schlüsselqualifikationen, formale Lernkompetenzen und Sozialkompetenzen zusammen. Demnach ist es von Bedeutung, dass „(…) sich Schüler mit den Lerninhalten und mit den Lernsituationen aktiv auseinandersetzen und ihr eigenes Wissen konstruktiv aufbauen.“ (Weinert 1997, S.13).

Aktives Lernen erfordert eine Orientierung am Subjekt. Lehrer müssen die Schüler dabei unterstützen, dass sich die Lernenden aktiv mit den Unterrichtsinhalten auseinandersetzen. (vgl. Hintz et al. 1993, S. 246). Dabei gilt: „Nicht ´je offener desto besser´ lautet die Maxime, die einem solchen Unterricht zugrunde liegt; der jeweils zu realisierende Grad an Offenheit wird vielmehr auf den jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder, auf die Struktur des Lerngegenstandes und auf die jeweilige Unterrichtssituation so flexibel wie möglich abgestimmt.“ (Hegele 1997, S. 8). Es gibt vier didaktische Makroformen, in denen sich offener Unterricht hauptsächlich realisiert. Darunter fällt das Arbeitsplankonzept, das Stationenlernen, die Freiarbeit und das Projektlernern (vgl. Jürgens 2006, S. 282).

Empirische Befunde zum offenen Unterricht (vgl. Jürgens 2006, S. 283)

  • Die Schülerleistungen im Rahmen von offenem Unterricht sind gleicht gut wie unter formellem Unterricht.
  • Persönlichkeitsmerkmale wie Selbststeuerung, Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Kreativität, positiven Einstellungen zu schulischen Leistungen etc. werden durch offenen Unterricht besser gefördert.
  • Sogenannten Problemschülern wird durch offenen Unterricht ermöglicht, sich in ihrem emotionalen und sozialen Verhalten zu stabilisieren und eigenverantwortlich zu entfalten.
  • In den Kriterien für gute Lehrer werden solche besser beurteilt, die häufig offenen Unterricht durchführen. Ihnen wird unter anderem häufiger empathisches Verhalten und Vertrauenswürdigkeit, als auch didaktische Kompetenz zugeschrieben.
Interne Verweise:
Entwicklungstheorie nach Piaget und Aebli

Freiarbeit

Handlungsorientierter Unterricht

Legende:  
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Verwendete Quellen:
Hegele, I.: Einleitung. In: Hegele, I. (Hrsg.): Lernziel offener Unterricht. Unterrichtsbeispiele aus der Grundschule. 2. Auflage. Weinheim: Beltz Verlag. 1997.

Hintz, D. & Pöppel, K.G. & Rekus, J.: Neues Schulpädagogisches Wörterbuch. Weinheim: Juventa Verlag. 1993.

Jürgens, E.: Offener Unterricht. In: Arnold, K.-H. & Sandfuchs, U. & Wiechmann, J.: Handbuch Unterricht. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt. 2006. S.280-284.

Weiterführende Literatur:
Bannach, M.: Selbstbestimmtes Lernen. Freie Arbeit an selbst gewählten Themen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag. 2002.

Bannach, M. & Sebold, L./ Wehmeyer (Hrsg.): Wege zur Öffnung des Unterrichts. München: Oldenbourg Verlag. 1997.

Brügelmann, H.: Schule verstehen und gestalten – Perspektiven der Forschung auf Probleme von Erziehung und Unterricht. CH-Lengwil: Libelle Verlag. 2005.

Peschel, F.: Offener Unterricht in der Evaluation Teil I. 2. Auflage. Baltmannsweiler: Schneider Verlag. 2006.

Peschel, F.: Offener Unterricht in der Evaluation Teil II. 2. Auflage. Baltmannsweiler: Schneider Verlag. 2006.

Internetverweise:
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Jürgens, E.: Was leistet der offene Unterricht? Offener Unterricht

Offener Unterricht

Offener Unterricht in der Grundschule

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Anne John;

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