Medieneinsatz

image_print
Kurzdefinition:
Medien – als didaktische Medien in Unterrichtszusammenhängen – sind technische Hilfsmittel zur Verbesserung der Lehr-/Lernsituation. Mit didaktischen Medien verbinden sich hohe Erwartungen an ein organisiertes Lehren und Lernen. Besonders thematisiert werden didaktische Medien im Kontext von Fernlernangeboten.
Beschreibung:
Mediendidaktik dient der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema des Medieneinsatzes in schulischen Lehr-Lernkontexten. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob und wie Medien für den Unterricht genutzt bzw. thematisiert werden können. „Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Medien in allen Bereichen der Gesellschaft gewinnen weitere Kontexte an Bedeutung, wie etwa der Medieneinsatz in der Erwachsenenbildung und betrieblichen Bildungsarbeit sowie das nicht-institutionalisierte, informelle Lernen im Kontext von Arbeit und Freizeit. Außerdem hat sich die Konzeption und Entwicklung didaktischer Medien als ein Berufsfeld entwickelt, das wissenschaftlich begründete Ansätze und qualifizierte Fachkräfte nachfragt.“ (Kerres 2007, S. 1).

Bei der Anwendung von Medien in Fernlernangeboten wird häufig ein Kommunikations- und Instruktions-Modell hinterlegt. Mit Fokus auf die Lernenden wird angenommen, dass Inhalte durch mediale Aufbereitung leichter vermittlelbar sind, indem die Lernenden individuell die für sie passenden Selektionen vornehmen können. Jedoch sollte bedacht werden, dass der reine Konsum von Angeboten noch kein Lernen bewirkt. (vgl. Weidemann 2002, S. 59ff.).

Im pädagogischen Diskurs herrscht deshalb ein zwiespältiges Verhältnis zu den didaktischen Medien. So werden zum einen Hilfsmittel als unverzichtbar angesehen, während andere Vertreter für einen Verzicht sprechen, da so ein authentisches Verhältnis des Lehrenden zum Thema hergestellt werde.

Große Probleme ergeben sich zudem, aus dem technologischen Fortschritt und den Kosten für moderne Medien. Der pädagogische Diskurs wird so zu einem konjunkturabhängigen Diskurs. Die tatsächlichen Effekte eines Medieneinsatzes bleiben dabei unklar, da der Zusammenhang zwischen hohen Investitionskosten und einer qualitativen Verbesserung des Unterrichts nicht beobachtbar ist, z.B. Verhältnis Tafel zu interaktiven Wideboard.

Während in den 60er und 70er Jahren Medien im Sinne eines programmierten Unterrichts eingesetzt wurden, gilt heute eine Orientierung auf Förderung der Selbstorganisation und –steuerung auf Seiten der Lerner. Es werden die vielfältigen Möglichkeiten der Interaktion, Kommunikation und Kollaboration, bis hin zu komplexen Simulationen als Formen der Wissens- und Kompetenzentwicklung diskutiert. (vgl. Haak 2002, S. 128ff.).

Grundsätzlich kann der didaktische Nutzen von Medien durch vier Funktionen bestimmt werden:

  • Präsentation von Inhalten.
  • Multimediale Interaktivität
  • Kooperatives Lernen
  • Lernprozesssteuerung und –taktung.

Bei allen Möglichkeiten Medien zu entwickeln und im Kontext schulischen Unterrichts einzusetzen, sollte jedoch der didaktische Grundsatz „Ziele bestimmen Inhalte“ beherzigt werden. Inhalte bestimmen Methoden und diese Methoden bestimmen dann die Medien. Nur in diesem Dreiklang kann beurteilt werden, welchen Stellenwert ein Medium im didaktischen Setting bezüglich der Organisation von Lernen einnimmt.

Interne Verweise:
Mediendidaktik

Medienkompetenz

Verwendete Quellen:
Arnold, R. / Nolda, S. & Nuissl, E.: Wörterbuch Erwachsenenpädagogik. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt. 2001.

Haack, J.: Interaktivität als Kennzeichen von Multimedia und Hypermedia. In: Issing, L.J. & Klimsa, P. (Hrsg.): Information und Lernen mit Multimedia und Internet. Weinheim: Beltz PVU. 2002. S. 127 – 138.

Kerres, M.: Mediendidaktik. In: von Gross, F., Hugger, K.-U. & Sander, U. (Hrsg.) Handbuch Medienpädagogik. VS Verlag, 2007, (URL:AVL:http://mediendidaktik.uni-duisburg-essen.de/system/files/mediendididaktik-hb-mp.pdf, Stand: 02.03.2010)

Weidemann, B.: Multicodierung und Multimodalität im Lernprozess. In: Issing, L.J. & Klimsa, P. (Hrsg.): Information und Lernen mit Multimedia und Internet. Weinheim: Beltz PVU. 2002. S. 45-64.

Weiterführende Literatur:
Mandl, H., & Reimann-Rothmeier, G.: Wenn neue Medien neue Fragen aufwerfen: Ernüchterung und Ermutigung aus der Multimedia-Forschung (Forschungsbericht No. 85). München: LMU. 1997.

Terhart, E.: Lehr-Lern-Methoden. Eine Einführung in Probleme der methodischen Organisation von Lehren und Lernen (2 ed.). Weinheim: Juventa. 1997.

Internetverweise:
Wir weisen darauf hin, dass die aufgelisteten Seiten nicht Teil des Didagma-Projektes sind. Daher übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte und die Richtigkeit dieser Seiten. Falls der Link defekt, oder der Seiteninhalt unpassend sein sollte würden wir uns freuen darüber informiert zu werden.

Wie wirksam sind digitale Medien im Unterricht? (Prof. Dr. Bardo Herzig)

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Thomas Prescher; Waltraud Amberger;

« Back to Glossary Index