Interaktion

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Kurzdefinition:
Interaktion ist die wechselseitige Beeinflussung des Handelns zweier oder mehrerer Personen. Die konkrete Interaktion innerhalb eines Unterrichts entscheidet über den Unterrichtserfolg.
Beschreibung:
Interaktion bezeichnet ein dynamisches Zusammenwirken in sozialen Beziehungen. Es entsteht eine wechselseitige Beziehung, bei der sich die Handelnden aneinander orientieren und sich gegenseitig über die Bedeutung einer Situation verständigen.

„Eine soziale Interaktion liegt dann vor, wenn zwei Personen in der Gegenwart des jeweils anderen auf der Grundlage von Verhaltensplänen bestimmte Verhaltensweisen anwenden und wenn dabei die grundsätzliche Möglichkeit besteht, daß die Aktionen der einen Person auf die der anderen Person einwirken und umgekehrt.“ (Piontkowski 1976 zitiert nach Merkens & Seiler 1978, S. 12).

Der Symbolische Interaktionismus versteht unter Interaktion eine gemeinsame Bedeutungszuweisungen und Verhaltensmuster, die die Reaktionen des Andern vorausgreifend berücksichtigen. (vgl. Arnold et al. 2010, S. 157). Besonders für Lehr-Lern-Prozesse sind Prozesse der Interaktion von großer Bedeutung, da viele Unterrichtsmethoden erst durch eine Interaktion lebendig werden z.B. Lehrgespräche, Gruppenarbeiten, Projektunterricht, szenischer Unterricht u.v.m. Damit ergibt sich ein hoher Anspruch an das Handeln des Lehrenden, da die Interaktion gewissermaßen ein überraschendes Moment in der Unterrichtsplanung und –durchführung beinhaltet. „Insgesamt sollte – auch bei einer noch so differenzierten Unterrichtsvorbereitung – im Bewusstsein bleiben, dass Unterricht ein komplexes Interaktionsgeschehen darstellt. Damit ist zugleich ausgesagt, dass Unterrichtsentwürfe nicht alles unterrichtliche Handeln bzw. Verhalten vorweg beschreiben können und sollten.“ (Tulodziecki et al. 2004, S. 158). Damit kann festgehalten werden, dass die konkrete Interaktion über einen Unterrichtserfolg bestimmt. Dies gilt es zu bedenken und zu reflektieren.

Interne Verweise:
Bedingungsanalyse

Didaktische Struktur und Entscheidungsebenen

Differenzierung

Gruppenarbeit

Gruppendynamik

Kommunikative Didaktik

Rahmenbedingungen

Legende:  
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Verwendete Quellen:
Arnold, R, & Nolda, S. & Nuissl, E.: Wörterbuch der Erwachsenenpädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhardt Verlag. 2010.

Merkens, H. & Seiler, H.: Interaktionsanalyse. Stuttgart: Verlag Kohlhammer. 1978.

Weiterführende Literatur:
Arnold, R.: Ich lerne, also bin ich. Eine systemisch-konstruktivistische Didaktik. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme Verlag. 2007.

Schaub, H. & Zenke, K. G.: Wörterbuch Pädagogik. 6. Auflage. München: dtv. 2004.

Internetverweise:
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Reinhold Schmitt (Hg.) – Unterricht ist Interaktion!

Themenzentrierte Interaktion

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Waltraud Amberger; Thomas Prescher;

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