Geschlechtergerechte Didaktik

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Kurzdefinition:
Geschlechtergerechte Didaktik berücksichtigt unterschiedliche Bedingungen und Bedürfnisse, die männliche und weibliche Lernende in den Lernprozess einbringen. Basierend auf den Theorien des „Gender Mainstreaming“ wird davon ausgegangen, dass es zwischen Geschlecht und Lernverhalten eine Beziehung gibt, die reflektiert werden muss und einer didaktischen Differenzierung bedarf.
Beschreibung:
„Die Schule mit ihren Lehrplänen nimmt auf das Problem der Disparität der Geschlechter gerade in den Naturwissenschaften und Technik keine Rücksicht.“ (Kaiser 2003, S.14) Geschlechtergerechte Didaktik bezieht Ergebnisse aus der Genderforschung bei der Planung und Gestaltung von Unterricht mit ein, hat also zum Ziel, die soziale Konstruktion hierarchischer Geschlechterverhältnisse zu reflektieren und für Unterschiede und Diskriminierungen zu sensibilisieren. Nach Brake und Bremer (2010, S. 65) „ist eine Reflexion über das Verständnis von Geschlecht und von Geschlechtergerechtigkeit ebenso notwendig – dies allerdings auf der Basis von Genderwissen d.h. von Kenntnissen über Geschlechtertheorien und empirische Befunde. Ein Festhalten an grundlegenden Geschlechterdifferenzen erschwert, die Gemeinsamkeiten zwischen den Geschlechtern zu sehen. Es erschwert auch, die Individualität jedes einzelnen Kindes zu beachten.“

Geschlechterspezifische didaktische Überlegungen nehmen Bezug auf

  • Einstellung und Verhalten der Lehrpersonen (Sexismus, Rollenbilder)
  • Lerninhalte (Themen, Erfahrungen)
  • Sprache (Neutralität, Prototypen)
  • Methoden (homogene-heterogene Gruppen, Seminarregeln, Methodenvielfalt)
  • Setting (Lebenswelten, Interessen)
  • Gestaltung der Rahmenbedingungen (Ansprache, Angst-Räume)
Interne Verweise:
Differenzierung

Erfahrungsorientierter Unterricht

Lerntypen

Verwendete Quellen:
Brake, A. & Bremer, H. (Hrsg.): Alltagswelt Schule. Die Herstellung schulischer Wirklichkeiten. Weinheim und München: Juventa Verlag. 2010.

Kaiser, A.: Projekt geschlechtergerechte Grundschule. Erfahrungsberichte aus der Praxis. Opladen: Leske und Budrich. 2003.

Weiterführende Literatur:
Budde, J. & Scholand, B. & Faulstich-Wieland, H.: Geschlechtergerechtigkeit in der Schule. Eine Studie zu Chancen, Blockaden und Perspektiven einer gender-sensiblen Schulkultur. Weinheim und München: Juventa Verlag. 2008.

Hagedorn, J. & Schurt, V. u.a.: Ethnizität, Geschlecht, Familie und Schule. Heterorgenität als erziehungswissenschaftliche Herausforderung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2010.

Spiess, G. & Rentmeister, C.: Gender in Lehre und Didaktik: Eine europäische Konferenz in Erfurt. University of Michigan: Verlag P. Lang. 2003.

Internetverweise:
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Genderpädagogik

Gender-Pädagogik: Cowboy mit pinkfarbenem Turnschuh

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Waltraud Amberger;

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