Feedback

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Kurzdefinition:
In der Pädagogik und der pädagogischen Psychologie wird unter Feedback (dt.: Rückmeldung) eine Gesprächsform verstanden, bei der anderen Rückmeldung über die Wahrnehmung des Gegenübers gegeben wird. Dabei wird zum Ausdruck gebracht wie die Person gesehen und erlebt wird. Feedback kann mündlich oder schriftlich erfolgen.
Beschreibung:
Feedback als Rückmeldung ist ein wichtiges didaktisches Element aus der Instuktionstheorie. Es wird dabei die Annahme vertreten, dass die Lernwirksamkeit von Aufgabenstellungen erhöht wird, wenn die Schüler zu den erreichten Ergebnissen und der gewählten Vorgehensweise in der Aufgabenlösung ein Feedback erhalten. Jedoch gilt es zu beachten, dass die Wirkung von Feedback nicht nur vom didaktischen Setting abhängig ist, sondern auch von der Schülermotivation, sich diesem Feedback zu stellen. (vgl. Jakobs 2002, S. 2).

Wichtig für die Wirksamkeit von Feedback ist nach Jakcobs (2002, S.2) der Kontext der pädagogischen Aufgabenstellung, welcher Art die gestellten Aufgaben sind, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt die Rückmeldung gegeben wird. Feedback kann dabei im Kontext von Unterricht in einer schülerzentrierten Perspektive als Selbstfeedback durch den Schüler, als Peerfeedback durch die Klasse oder als Lehrerfeedback erfolgen. In einer lehrerzentrierten Perspektive kann das Schülerfeedback auch als Element der Unterrichtsentwicklung dienen, wenn sie den Charakter einer partnerschaftlichen Beratung zwischen Schüler und Lehrern einnimmt. „Feedback ist damit ein Hilfsmittel, mit dem die Lernkultur in einer bestimmten und oft geforderten Hinsicht systematisch entwickelt werden kann.“ (Bastian et al. 2007, S. 15).

„Wenngleich es keinen vorgezeichneten Weg gibt, mit dem Lehrende planmäßig einen kooperativen bzw. demokratischen Führungsstil realisieren können, so gibt es doch eine Reihe von Erfahrungen, Tipps bzw. Verhaltensempfehlungen, die in diese Richtung führen. In diesem Sinne besteht Werterziehung in einem Führungsstil, der die Selbstachtung und das Selbstkonzept von Lernenden stärkt und Formen selbstwirksamen Handelns und erfolgreicher Kooperation gewissermaßen einübt.“ (Arnold & Pätzold 2002, S. 68)

Schley (2002, S. 26) schlägt bei der Gestaltung eines Feedbacks eine Orientierung an den Vier Seiten einer Nachricht nach Schulz von Thun (1981) vor. Er spricht hier von Feedback als einem „sozialen Spiegel“.

Die vier Ebenen beschreibt er mit Leitfragen:

Kognitive Wirkung

  • wie klar?
  • strukturiert?
  • verständlich?
  • systematisch?

Emotionale Wirkung

  • wie lebendig?
  • persönlich ansprechend?
  • authentisch?

Aktionale Wirkung

  • Welche konkreten Anregungen?
  • Wie stark war die Handlungsermutigung?

Soziale Wirkung

  • Wie war der Kontakt?
  • Wie stark waren die Teilnehmer einbezogen?
  • Wie war die Reaktion auf Fragen?
Interne Verweise:
Angemessenheit

Beobachtungs- und Bewertungsfehler

Differenzierung

Exemplarisches Lernen

Gruppendynamik

Kompetenzmessung

Lernen lernen

Lernerfolgsmessung

Selbstwirksamkeit

Verwendete Quellen:
Arnold, R. & Pätzold, H.: Schulpädagogik kompakt. Prüfungswissen auf den Punkt gebracht. Berlin: Cornelson Scriptor. 2002.

Bastian, J. & Combe, A. & Langer, R.: Basis-Bibliothek Methoden. Feedback-Methoden: Erprobte Konzepte, evaluierte Erfahrungen. Weinheim: Beltz Verlag. 2007.

Jacobs, B.: Aufgaben stellen und Feedback geben. 2002. URL/AVL: http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2004/438/pdf/feedback.pdf

Schley, W.: Teamentwicklung und Teamkooperation in der Schule. Studienbrief Sem0610. Distance ans International Studies Center. Universität Kaiserslautern. 2002

Weiterführende Literatur:
Endres, W. (Hrsg.): Lernen lernen – Wie stricken ohne Wolle? Weinheim: Beltz Verlag. 2007.

Günther, U. & Sperber, W. Handbuch für Kommunikations- und Verhaltenstrainer: Psychologische und organisatorische Durchführung von Trainingsseminaren. München: Reinhardt.

Internetverweise:
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Aufgaben stellen und Feedback geben – Bernhard Jacobs

Stangl, W.: Regeln für eine wirksame Rückmeldung.

Materialien:
Feedback_Folien

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Hans-Jürgen Wiegerling; Thomas Prescher;

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