EIS-Prinzip

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Kurzdefinition:
Wissen lässt sich mit verschiedenen Repräsentationen darstellen. Die Verbindung von Bedeutungseinheiten führt bei kohärenten mentalen Repräsentationen zu angemessenen Schlussfolgerungen als Lernen. Es werden enaktive, ikonische und symbolische Repräsentation unterschieden.
Beschreibung:
Bruner (et al. 1988 zitiert nach Grevsmühl 2010, S. 1) unterscheidet drei im Unterricht nutzbare Formen der Repräsentation von Wissen.
  • Enaktive Repräsentation: Darstellung durch konkrete oder vorgestellte Handlungen,
  • ikonische Repräsentation: Darstellung von Sachverhalten durch bildliche Formen und
  • symbolische Repräsentation: Darstellung durch Zeichen und Sprache.

Die drei Anfangsbuchstaben der Repräsentationsformen (E – naktiv, I – konisch und S – ymbolisch) finden sich im so genannten E I S – Prinzip wieder. Im Sinne eines nachhaltigen Lernens sollten im Unterricht möglichst alle drei Formen genutzt werden (vgl. Hafenbrak 2004, S. 1), da sie kohärente mentale Repräsentationen ermöglichen. (vgl. Kiper & Mischke 2006, S. 56).

„Als prototypisches Beispiel dient die Addition: Das Zusammenfügen von zwei Mengen wird handelnd dargestellt. 3 Mädchen und 4 Jungen gehen zusammen ins Kino. Wie viele Eintrittskarten müssen Sie kaufen? Der Vorgang kann zeichnerisch dargestellt und schließlich symbolisch notiert werden: 3 + 4 = 7.“ (Hafenbrak 2004, S. 1).

Wigand (2010; S. 9) weist darauf hin, dass das EIS-Prinzip keine Stufen darstellen, die nacheinander zu durchlaufen sind, sondern sich wechselseitig auf einander beziehen. Darstellungsweisen, die wechselseitig aufeinander bezogen sind.

Interne Verweise:
Enaktivieren
Verwendete Quellen:
Grevsmühl, U.: Handlungsorientierung und Veranschaulichung. http://www.grevsmuehl.de/material/forschung/2-1%20Allgemeine%20Studien/DIFF-Heft-%20PDFs/2.%20Handlungsorientirerung%20und%20Veranschaulichung.pdf. Stand: 03.02.2010.

Havenbrak, B: Didaktische Prinzipien des Mathematikunterrichts. http://www.didmath.ewf.uni-erlangen.de/Vorlesungen/Zahlbereiche/ws08_09/Did06_04.pdf, Stand: 03.02.2010.

Kiper, H. & Mischke, W.: Einführung in die Theorie des Unterrichts. Weinheim: Beltz Studium. 2006.

Wiegand, H.G.: Didaktische Prinzipien. http://www.didaktik.mathematik.uni-wuerzburg.de/fileadmin/10040500/dokumente/Texte_zu_Grundfragen/weigand_didaktische_prinzipien.pdf, Stand: 03:02.2010.

Weiterführende Literatur:
Bruner, J. & Oliver, R. & Marks Greenfield, P.:Studien zur kognitiven Entwicklung. Stuttgart: Kohlhammer. 1988.

Danner, S.: Erziehung als reflektierte Improvisation. Bad Heilbrunn:Klinkhardt. 2001.

Piaget, J.: Psychologie der Intelligenz. Stuttgart: Clett-Kotta. 2000.

Tietze, U.P. & Klika, M. & Wolpers, H.: Mathematikunterricht in der Sekundarstufe II. Braunschweig/Wiesbaden: Vieweg. 1997.

Internetverweise:
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Erprobung des EIS-Prinzips nach Bruner zur Förderung der Kompetenz „Informatiksysteme verstehen“

Michael Fothe: Algorithmen in spielerischer Form

Materialien:
Folien zum EIS-Prinzip

Ikonisieren

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Hans-Jürgen Wiegerling; Thomas Prescher;

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