Einzelarbeit

image_print
Kurzdefinition:

Einzelarbeit ist neben Frontalunterricht, Gruppenarbeit und Partnerarbeit eine Sozialform des Unterrichts. Sie ist geeignet für die stille Beschäftigung der einzelnen Lernenden mit einem Thema.

Beschreibung:

In Anlehnung an Weiss (1964, S. 121ff.) unterscheidet Peterßen (2000, S. 411) folgende Formen des Einzelunterrichts:

  • isolierte Einzelaufgaben (z.B. Hausaufgaben),

  • unverbundene Nebeneinanderarbeit von Einzelnen (z.B. Stillarbeit),

  • aufeinander bezogene Einzelarbeit (z.B. in Form eines Wettbewerbs oder in Form eines gemeinsamen Werkes, einer gemeinsamen Aufgabe).

Als „Methode des individuellen Lernens und Übens“ wird hier der Einzelne aktiv. Eingebettet in einen Kanon von Methoden kann das Individuum den Lernprozess selbst steuern und das Lernergebnis sichern. Daher sieht Peterßen (2000, S.411) Einzelarbeit mit einer Vielzahl von Methoden kombinierbar. Schröder (2002, S. 89) bezeichnet die Einzelarbeit auch als Stillarbeit. Der Autor weißt darauf hin, dass diese Form der Unterrichtsmethode nicht nur zur Beschäftigung der Schüler eingesetzt werden soll.

In der konstruktivistischen Didaktik stellt sie sich als eine eigenständige Lernphase dar, in der nach einer individuellen Auseinandersetzung mit einem Sachverhalt die Ergebnisse zusammengetragen und überprüft werden, respektive Einzelergebnisse zu einem Gesamtbild zusammengefasst werden. Einzelarbeit dient dabei als Element des selbst gesteuerten Lernens. (vgl. Kiper & Mischke 2006, S. 131).

In dieser Form kann Einzelarbeit geeignet sein, die neuen Inhalte in die bestehende Konstruktion des Individuums zu integrieren. Eine konsequente Begleitung und Förderung ist dabei zwingend erforderlich. So kann sichergestellt werden, dass die lernende Person bei Problemen der Integration neuer Inhalte sowie der Neustrukturierung von bestehenden Inhalten, bei Bedarf die notwendige Unterstützung erfährt. (vgl. Kiper & Mischke 2006, S. 132).

Die Einzelarbeit verweist dazu den Lernenden auf seine eigenen Kompetenzen, Strategien und Techniken. Dabei wird das individuelle Leistungspotential der Lernenden hinsichtlich deren Stärken und Schwächen erkennbar. So ist es erforderlich, Unterstützung personenspezifisch zur Verfügung zu stellen. Merkens (2010, S. 164) unterscheidet für diese Unterstützung:

  • Strategien der Informationsverarbeitung (z.B. Vereinfachung von Inhalt),

  • Kontrollstrategien (z.B. Planung) sowie

  • Stützstrategien (z.B. Zeitmanagement, Lernumgebungsgestaltung).

Interne Verweise:
Didaktische Handlungsebenen

Frontalunterricht

Gruppenarbeit

Legende:  
   |   
Verwendete Quellen:
Kiper, H. & Mischke, W.: Theorie des Unterrichts. Weinheim: Beltz Verlag: 2006.

Merkens, H.: Unterricht – Eine Einführung. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften: 2010.

Peterßen, W. H.: Handbuch Unterrichtsplanung. Grundfragen, Modelle, Stufen, Dimensionen. 9. Auflage, München: Oldenburg. 2000.

Schröder, H.: LernenLehrenUnterricht. Lernpsychologische und didaktische Grundlagen. München: Oldenburg. 2002.

Weiterführende Literatur:
Breidenstein, G,: Teilnahme am Unterricht: Ethnographische Studien zum Schülerjob. Wiesbaden:VS-Verlag. 2006.

Galert, J.: Diskussion zentraler Unterscheide ausgewählter didaktischer Unterrichtsmodelle und Methoden. Norderstedt: Grin Verlag- 2006.

Hallet, W.: Didaktische Kompetenzen: Lehr- und Lernprozesse erfolgreich gestalten. 1. Aufl.. – Stuttgart : Klett Lernen und Wissen, 2006.

Meyer, H.: Unterrichtsmethoden. Band.2, Praxisband. Berlin: Cornelsen. 1991.

Internetverweise:

Wir weisen darauf hin, dass die aufgelisteten Seiten nicht Teil des Didagma-Projektes sind. Daher übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte und die Richtigkeit dieser Seiten. Falls der Link defekt, oder der Seiteninhalt unpassend sein sollte würden wir uns freuen darüber informiert zu werden.

Problem-Based Learning

Methodenpool – Uni Köln

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Hans-Jürgen Wiegerling; Thomas Prescher;

« Back to Glossary Index