Eindeutigkeit

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Kurzdefinition:

Das Prinzip der Eindeutigkeit behandelt die Frage, inwieweit eine präzise und klare Bestimmung von Lernaspekten für eine erfolgreiche Lernsituation notwendig ist. Eindeutigkeit ist im Hinblick auf die generellen Ziele des Unterrichts eine Grundvoraussetzung sowohl für die Initiierung gelingenden Lernens, als auch für die Reversibilität der Planungen zum Unterricht. Eindeutigkeit schließt Alternativplanungen ein.

Beschreibung:

Meyer (1991, S. 196) sieht in der Klarheit, die sich aus dem Sachzusammenhang einer Unterrichtseinheit ergibt die Voraussetzung für Einsicht. Meyer (2010, S. 57) stellt dazu drei Aspekte heraus, die für eine inhaltliche Klarheit und Eindeutigkeit gegeben sein müssen:

  • Verständlichkeit der Aufgabenstellung,
  • Plausibilität des thematischen Gangs,
  • Klarheit und Verbindlichkeit der Ergebnissicherung.

Für die Gestaltung erfolgreichen Unterrichts ist es nach Peterßen (2000, S. 38) notwendig, dass vom Lehrenden gewählte Maßnahmen im Rahmen des Unterrichts hinsichtlich der „Auslösung, Steuerung und inhaltliche(n) Gestaltung“ eindeutig sind. Ein klar und eindeutig bestimmtes Lernziel ist eine zwingende Voraussetzung für eine gelungene Lernaktivität.

„Eindeutige Entscheidungen sind Grundvoraussetzung für die Reversibilität der Planung des Unterrichts, genauer gesagt: für die sinnvolle und den praktischen Erfordernissen angemessene Revision der Lehrentscheidungen.“ Peterßen (2000, S. 38). Peterßen (2000, S.38) betont, dass das Herunterbrechen allgemeiner Beschreibungen auf eine konkrete Fassung, den Lehrenden unterstützen kann, seine Ziele unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen. Dies ist eine wichtige Bedingung, damit die Lernenden dem Unterricht auch folgen können. Eine wichtige Fähigkeit des Lehrenden ist dazu die parallellaufende Reflexion des Unterrichtsgeschehens mit dem Ziel, das tatsächliche Geschehen mit dem Unterrichtsziel und der Planung abzugleichen. „Lehrer benötigen sensible Instrumente, um sich die Rückmeldung zu verschaffen, die sie über das Unterrichtsgeschehen benötigen. Sie müssen dann auch ständig bewerten, was eine Information besagt, wie wichtig und genau sie ist usw.“ (Merkens 2010, S. 80).

Interne Verweise:
Bedingungsanalyse

Didaktische Handlungsebenen

Lehren

Lernerorientierung

Unterricht

Unterrichtsplanung

Legende:  
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Verwendete Quellen:
Meyer, H.: Unterrichtsmethoden, Band 1. 4. Auflage, Wiesbaden: Cornelson Scriptor Verlag.P 1991.

Meyer, H.: Was ist guter Unterricht. 7. Auflage, Berlin: Cornelson Sciptor Verlag. 2010.

Merkens, H.: Unterricht – Eine Einführung. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 2010.

Peterßen, W. H.: Handbuch Unterrichtsplanung. Grundfragen, Modelle, Stufen, Dimensionen. 9. akt. Aufl. München, Oldenburg: Oldenburg Schulbuchverlag. 2000.

Weiterführende Literatur:
Arnold, K.-H., Sandfuchs, U. Wiechmann, J.: Handbuch Unterricht. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt. 2006

Klafki, W. Otto, G. Schulz, W.: Didaktik und Praxis: Weinheim, 1979

Internetverweise:

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Überlegungen zur Terminologie

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Wiegerling, Hans-Jürgen; Prescher, Thomas

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