Differenzierung

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Kurzdefinition:
Als Differenzierung gelten alle zeitlich befristeten und unbefristeten Maßnahmen zur Aufteilung von Lerngruppen zur Anpassung von Lernangeboten und Leistungsforderungen an Lerntempo, Interessen und Leistungsfähigkeit der Lernenden.
Beschreibung:
Bei der so genannten Differenzierung werden Maßnahmen der äußeren und der inneren Differenzierung unterschieden. Es wird davon ausgegangen, dass in homogenen Gruppen (äußere Differenzierung) effektiver gelernt werden kann, in heterogenen Gruppen mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Interessen jedoch ein intensiveres soziales Lernen ermöglicht wird. Unter methodisch-didaktischen Gesichtspunkten wird zur Verbesserung der Lernchancen der Gruppe und der einzelnen Lernenden eine innere Differenzierung der jeweiligen Lerngruppe vorgeschlagen.

Hierbei wird der Anspruch erhoben, jedem Lernenden die optimalen Lernchancen zu bieten (vgl. Bönsch 2004, Seite 21).

Äußere Differenzierung

Bei der äußeren Differenzierung wird nach

  • Jahrgangsklassen,
  • Schulform (u.a. Haupt- Realschule, Gymnasium),
  • Schulprofil (z.B. naturwissenschaftlicher Schwerpunkt),
  • innerhalb der jeweiligen Schule nach Sachinteressen der Lernenden (Fächer) und
  • Leistungskursen differenziert.

Innere Differenzierung

Während die Formen der äußeren Differenzierung von größerer zeitlicher Dauer sind, sind die der inneren Differenzierung zeitlich befristet und bezogen auf die jeweilige Lerngruppe methodisch-didaktisch begründet.

Jank & Meyer (2007, S. 79 f.) nennen drei Varianten der inneren Differenzierung:

  • Personale Differenzierung: Hier werden arbeitsfähige Teilgruppen zusammengestellt nach
    • Leistungsstand bzw. Förderbedarf
    • Interessen
    • Lern- und Sozialverhalten oder nach
    • Geschlecht, Sprache etc.
  • Didaktische Differenzierung: Lerngruppen werden hinsichtlich gleicher oder differenzierter Zielsetzungen, Themen und Inhalten sowie methodischer Vorgehensweisen zusammengestellt.
  • „Daddeln“ im Schulalltag: Hier wird unter pragmatischen Gesichtspunkten z.B. durch Einteilen nach Sitzordnung, Abzählen, etc. der reibungslose Unterrichtsablauf garantiert.

Als Funktionen der inneren Differenzierung werden genannt:

  • Die höhere Effizienz des Lernens für die einzelnen Lernenden
  • Die Verbreiterung der inhaltlichen Basis des Unterrichts (z.B. können Ergebnisse aus den einzelnen Lerngruppen im Plenum genutzt werden)
  • Die Möglichkeit, den Lernenden fachlich Schwerpunkte zu bieten
  • Die Ermöglichung Sozialen Lernens
  • Die Möglichkeit für die Lehrenden, mit Heterogenität umgehen zu können
Interne Verweise:
Curriculum

Gliederung der Unterrichtseinheit

Lehr- und Lernformen

Verwendete Quellen:
Jank, W. & Meyer, H.: Didaktische Modelle. Berlin: Cornelsen. 2007.

Bönsch, M.: Differenzierung in Schule und Unterricht. Linz: Oldenbourg Schulbuchverlag,. 2004.

Weiterführende Literatur:
Linser, H. J. & Paradies, L.: Differenzierung im Unterricht. Berlin: Cornelsen. 2001.

Paradies, L. & Linser, H.J. & Gerving, J.: Praxisbuch: Diagnostizieren, Fordern, Fördern. Berlin: Cornelsen. 2007.

Internetverweise:
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Das Unterrichtsprinzip Differenzierung

Differenzierung in Schule und Unterricht

Materialien:

Verantwortlich: Rolf Arnold, FB Pädagogik, TU Kaiserslautern und Studierende; Isa-Dorothe Gardiewski;

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